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Wir können als Mittelständler nicht auf jeder Hochzeit tanzen

K-Zeitung, 12.2013, sk

Gerhard Laubmann I Geschäftsführer Gealan Formteile GmbH I OberkotzauWollen den Fluid-Bereich in Zukunft weiter ausbauen – aber nicht zu Lasten des Automobilgeschäfts: Gerhard Laubmann, Geschäftsführer
Foto: sk







KleinDie neue Großmaschine bei Gealan: Die MX-Maschine von Krauss Maffei verfügt über eine Schließkraft von 24.000 kN und ist mit einem Kuka Roboter austattet
Foto: Gealan






Gealan investiert in Großmaschine zur Fertigung von Automotive-Bauteilen – Mittelfristig geringere Abhängigkeit von der Automobilindustrie angestrebt – Fluid-Bereich soll überproportional wachsen – China als Standort wird nur beobachtet.

Gerhard Laubmann I Geschäftsführer Gealan Formteile GmbH I Oberkotzau

K-Zeitung: Herr Laubmann, viele Kunststoffverarbeiter, die für die Automobilindustrie tätig sind, klagen derzeit mehr oder weniger hinter vorgehaltener Hand über schwache Geschäfte. Sie bauen derzeit den Bereich weiter aus. Eine Fertigungszelle mit einer Spritzgießmaschine von Krauss Maffei aus der MX-Baureihe mit 24.000 kN Schließkraft und einem Kuka Sechs-Arm-Roboter wurde jüngst in Betrieb genommen. Von Flaute also keine Spur?
Laubmann: Wir können im Moment wirklich nicht über die Auftragslage klagen. Unser Umsatz wird auch in diesem Jahr wieder über dem des Vorjahres liegen. Das Jahr ist noch nicht ganz zu Ende. Aber wir gehen davon aus, dass wir den Umsatz von 57 auf 62 Mio. EUR steigern können. Und damit schreiben wir die Erfolgsgeschichte der letzten drei Jahre fort: Aus der Krise im Jahr 2009 heraus haben wir ein Wachstum von 50% erzielt. Die Mitarbeiterzahl ist in der Zeit von 340 auf heute über 500 gestiegen. Diese Zahlen haben dazu geführt, dass wir zu den 50 wachstumsstärksten mittelständischen Unternehmen in Bayern gehören. Dafür haben wir im Sommer die Auszeichnung Bayerns Best 50 der Bayerischen Landesregierung erhalten.

K-Zeitung: Wodurch ist dieses enorme Wachstum der letzten Jahre getrieben – rein durch die Automobilindustrie?
Laubmann: Nein, wir bedienen zwei große Branchen, die beide zum Wachstum beigetragen haben und umfangreiche Industrieanwendungen. Das ist einmal der Automobilbereich mit den vier Kernbereichen Interieur, Klimaanlage und Innenraumfilter, Motorraum und Sound. Daneben haben wir auch einen starken nicht-automobilen Bereich. Besonderes Augenmerk richten wir auf Fluid Engineering, auf Entwicklungen, Bauteile und –gruppen für die Heizungs- und Warmwasseraufbereitungsindustrie.
Hier sind unsere Spezialitäten alle Bauteile, die sowohl Druck, hohen Temperaturen als auch chemischen Anforderungen standhalten müssen.

K-Zeitung: Wer sind da Ihre Hauptkunden?
Laubmann: Vaillant, Bosch und Siemens sind unsere größten Kunden im Fluid-Bereich.

K-Zeitung: Welchen Stellenwert hat der Fluid-Bereich heute für Gealan – oder anders gefragt: In wie fern macht er Sie unabhängig von den konjunkturellen Schwankungen im Automobilbau?
Laubmann: Derzeit macht der Automobil-Bereich noch etwa 75% unseres Umsatzes aus, der Fluid-Bereich liegt bei 22%. Doch wir streben mittelfristig, also in den nächsten sieben Jahren, ein Verhältnis von 50 zu 50 an. Das heißt, wir wollen den Fluid-Bereich überproportional steigern. Denn er bietet uns deutlich mehr Alleinstellungsmerkmale als der Automobilzulieferbereich.

K-Zeitung: Was heißt das konkret?
Laubmann: Im Fluid-Bereich haben wir uns über die Jahre hinweg sehr viel Spezialwissen angeeignet. Wir haben ein eigenes Labor in unserem Technikum in Haidt, einem Stadtteil von Hof, wo wir Bauteile validieren und Materialien weiterentwickeln. Die Entwicklungstiefe ist in diesem Bereich wesentlich größer tiefer, hier geht es noch vielmehr um die Grundlagen. Durch unsere Vorentwicklung haben wir hier ein Alleinstellungsmerkmal.

K-Zeitung: Heißt das, dass Sie den Automobilbereich auf Dauer zurückfahren wollen?
Laubmann: Auf gar keinen Fall. Der Automotive-Bereich soll nicht schrumpfen, der Fluid-Bereich soll nur überdurchschnittlich stark wachsen. Dass wir auch weiterhin auf den Automobilbereich setzen, zeigt ja die Investition in die neue Großmaschine.

K-Zeitung: Gealan ist ja auch im Automobil-Bereich kein einfacher Lohnspritzgießer mehr. Wie hat sich dieses Geschäft in den vergangenen Jahren für Sie verändert?
Laubmann: Angefangen haben wir in der Tat als Lohnfertiger. Doch mittlerweile sind wir in der Systemwelt angekommen. Beispielweise fertigen und montieren wir komplette Handschuhkästen, sodass sie einbaufertig an die OEMs geliefert werden. Wir befinden uns also auf einer Augenhöhe mit etablierten Systemlieferanten.

K-Zeitung: Das heißt, Sie sind mittlerweile Tier-1-Zulieferer?
Laubmann: Ja, BMW beliefern wir direkt. Andere OEMs wie Audi, BMW und Porsche beliefern wir über Tier-1-Zulieferer. Wir konzentrieren uns fast ausschließlich auf deutsche Premium-Fahrzeuge. Was aber nicht heißt, dass wir nicht international tätig sind. Unser Exportanteil liegt hier bei über 50%.

K-Zeitung: Zurück zu ihrer jüngsten Investition, der großen Spritzgießmaschine. Welches Projekt steht konkret dahinter?
Laubmann: Unser Standort in Oberkotzau liegt genau auf halber Strecke zwischen Regensburg und Leipzig, das sind die Plattformwerke von BMW für die kleine Klasse. Zwickau-Mosel ist ebenfalls nur 70 km entfernt. Vor dem Hintergrund haben wir uns zur Investition in eine großvolumige Maschine entschieden. Wir werden hier als erstes Projekt für den neuen frontgetriebenen BMW, der im Juni nächsten Jahres auf den Markt kommt, sämtliche Kunststoffbauteile für die Heckklappenverkleidung und -einhausung fertigen. Für dieses Fahrzeug produzieren wir übrigens auch den einbaufertigen Handschuhkasten einschließlich Beflockung in allen Ausstattungsvarianten zur Belieferung im JIS-Verfahren.

K-Zeitung: Ist die Maschine mit diesem Projekt ausgelastet?
Laubmann: Nein, die Auslastung liegt dann bei einem Drittel. Die Maschine ist eine Investition in die Zukunft. Nun sind wir zunächst gerade dabei, sie zum Laufen zum bringen. Die nächsten Projekte werden aber kommen, da bin ich mir sicher.

K-Zeitung: Warum die große Schließkraft bei der Maschine? Um größere Bauteile zu produzieren?
Laubmann: Nicht nur, so können wir aus wirtschaftlichen Gründen in Zukunft vielmehr Werkzeuge mit mehr Kavitäten einsetzen. Diesen Weg zur großen Maschine sind wir auch schon vor drei Jahren bei der Maschine für das physikalische Schäumen mit MuCell-Technologie gegangen. Da haben wir eine von deutschlandweit drei 10.000 kN Maschinen, ebenfalls von Krauss Maffei. Darauf fertigen wir Türverkleidungen für den Mini auf einem Zweifach-Werkzeug. Ohne MuCell hätten wir 13.000 oder 14.000 kN Schließkraft benötigt. Insgesamt verfügen wir damit über 70 Spritzgießmaschinen.

K-Zeitung: Wie hoch sind Ihre Investitionen in diesem Jahr insgesamt?
Laubmann: In die neue Anlage investierten wir rund 1,1. Mio EUR. Insgesamt landen wir in 2013 bei etwa 3,2 Mio EUR Investitionen. Dazu gehört auch eine neue Anlage für das Beschäumen von Bauteilen mit Dichtungen. Da haben wir gerade einige anspruchsvolle Projekte in der Pipeline, zum Teil wird sogar inline beschäumt.

K-Zeitung: Sind für kommendes Jahr weitere Investitionen geplant?
Laubmann: Wir wollen in den nächsten beiden Jahren jeweils um 10 bis 15% wachsen, das geht nicht ohne Investition. Konkrete Maßnahmen überlegen wir noch in der Geschäftsführung.

K-Zeitung: Sind auch Investitionen im Ausland angedacht – etwa in China?
Laubmann: Nein, aktuell nicht. Natürlich wollen die OEMs, dass man ihre Bauteile vor Ort fertigt. Doch aktuell ist der Druck von dieser Seite nicht ganz so groß, nachdem die Automobilhersteller in den vergangenen Jahren einigte Insolvenzen von Lieferanten finanzieren mussten. Sie haben dadurch gelernt, dass man seine Partner nicht alle in solch hohe Risiken schicken kann. Aber wir müssen durchaus für eine solche Entwicklung vorbereitet sein. Das heißt, wir müssen regelmäßig in China sein, uns mit den Leuten vor Ort unterhalten, die heute beispielsweise unsere Werkzeuge bauen.

K-Zeitung: Aber sie scheinen nicht scharf auf China zu sein.
Laubmann: Die sogenannte Glokalisierung, also globale Entwicklung und lokale Fertigung, wird die neue Herausforderung sein, keine Frage. Aber wir können als Mittelständler nicht auf jeder Hochzeit tanzen. Man muss eine solche Entwicklung finanzieren, aber auch managen können. Das wird sehr häufig unterschätzt. Im Fluid-Bereich besteht dieser Druck glücklicherweise noch nicht in dieser Ausprägung. Hier wissen unsere Kunden, welche Qualitätsvorteile sie durch die Fertigung am Standort Deutschland und Europa haben.

K-Zeitung: Besten Dank für das Gespräch, Herr Laubmann. Sk
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